Obwohl die sozialen Medien keine Grenzen kennen, so ist die Sprachsituation der Schweiz doch ein Grund zur Annahme, dass nicht jegliche politische Kommunikation überall im Land gleich gut ankommt. Die Sprachgrenzen, beispielsweise regelmässig als Röstigraben bei den Abstimmungen beobachtbar, könnten sich somit auch auf Facebook, Twitter und Instagram zeigen. Ein anderer geografischer Aspekt könnten ländlichere Regionen vs. Städte sein. Aus diesem Grund kommen heute die Sprachgruppen und eine Schweizer Karte dran.

Soziale Medien nach Sprache

Wo sind die Unterschiede nach Sprache? Berücksichtigt werden Deutsch, Französisch und Italienisch. Rund 10 Kandidierende in Graubünden sind rätoromanischer Muttersprache, und somit eine eher beschränkte Grösse - diese sind bei den Deutschsprachigen Kandidierenden in der Grafik mit dabei, da dies der dominanten Sprache von Graubünden entspricht. Ansonsten sind jeweils die Sprachen gemeint, welche die Personen selber auf smartvote.ch angegeben haben.

Wir sehen keine klare Präferenz der Sprachgruppen für unterschiedliche soziale Medien. Je nach Partei hat es mehr französischsprachige User auf Facebook, oder mehr deutschsprachige auf Twitter. Das Muster unterscheidet sich von Partei zu Partei. Allerdings kann festgehalten werden, dass in allen Sprachregionen Facebook die dominante Plattform ist.

Eine interessante Tendenz ist die grössere Präferenz von Instagram in der Deutschschweiz - für alle grösseren Parteien ist ersichtlich, dass Instagram knapp häufiger genutzt wird als Twitter, während für die Romandie das Bild umgekehrt ist, d.h. mehr Twitter-Accounts vorhanden sind. Allerdings sind sowohl Twitter wie Instagram in beiden Regionen jeweils nur auf dem zweiten Rang hinter Facebook.

Dominanz von Facebook: Stadt und Land

Wird geschaut, wo genau die User der verschiedenen Plattformen zu Hause sind, so sehen wir nicht wirklich eine Dominanz der städtischeren Bezirke gegenüber den ländlicheren Gebieten. Gerade auf Facebook ist die Verbreitung recht ausgeglichen (mit einem leichten Rückgang im Mittelland und Teilen des Berner Oberlandes). Bei Instagram und Twitter zeigt sich, dass es grundsätzlich weniger sind, und diese ebenfalls nicht kondensiert an einem Standort sind. Einzelne Bezirke vermögen zwar herauszustechen, allerdings ist die Anzahl Kandidierende je nach Bezirk auch relativ klein. Eine Überinterpretation der Daten wäre also kaum repräsentativ für die Schweizer Verbreitung der sozialen Medien. Vielmehr kann festgestellt werden: es existieren keine eigentlichen Social-Media-Hochburgen.

Ebenfalls ein spannender Aspekt dieser Karte: aus fast jedem Ecken der Schweiz kandidieren Personen für den Nationalrat. Nur im Bezirk Schleitheim, fast ganz im Norden der Schweiz im Kanton Schaffhausen, haben wir keine Kandidatur in unserer Datenbank. Diese ist übrigens auf Github veröffentlicht: github.com/DigDemLab/chvote19_accounts.