Letzte Woche haben wir publiziert, wie häufig Männer und Frauen in den Medien vorkommen (siehe Mediendominanz: Männer und Bisherige sind häufiger in den Zeitungen). Interessant sind natürlich nicht nur die aggregierten Werte nach Geschlecht, sondern auch die Werte der einzelnen Personen und einzelnen Zeitungen genauer anzuschauen. Aus dem Grund folgt diese Woche eine Übersicht nach Partei mit den jeweiligen Kandidierenden, welche am häufigsten in den Zeitungen genannt wurden, sowie jeweils für die Deutsch- und Westschweiz eine Auswahl von Zeitungen und ihre bevorzugten Kandidierenden.

Bei allen Parteien dominiert das Präsidium die Medienpräsenz: Gössi, Pfister, Levrat heben sich klar ab und sind deutlich häufiger in den Medien als im direkten Vergleich mit allen anderen Kandidierenden aus ihrer jeweiligen Partei. Anders bei der SVP: Obwohl Albert Rösti auf dem ersten Platz ist, wird er dicht gefolgt von Madgalena Martullo-Blocher, Roger Köppel und Fraktionschef Thomas Aeschi.

Mit Ausnahme der Grünen wird so auch klarer, wieso Männer die Berichterstattung zu den Wahlen dominieren: es sind immer deutlich mehr Männer in den Top Ten der Parteien als Frauen. Bei der SVP ist es lediglich eine Frau, bei der FDP und bei der SP sind es jeweils zwei, und nur bei der CVP drei. Neben der Dominanz der meist männlichen Parteipräsidien (letzte Woche bereits diskutiert) kommt also hinzu, dass die Frontrunner bei den Parteien häufig mehrere Männer sind, statt viele Frauen.

Deutsch- und Westschweiz: Deutsch dominiert

Ein anderer Ansatz um Dominanz in den Medien anzuschauen ist die Herkunft der PolitikerInnen. Bei der SP kann Christian Levrat dank dem Parteipräsidium von einem Boost profitieren - er ist der einzige französischsprachige Politiker auf dem ersten parteiinternen Platz. Bei den Grünen ist Lisa Mazzone auf dem dritten Platz. Bei der CVP schliesslich ist Filippo Lombardi als einziger italienischsprachiger Politiker in der Auswahl dabei.

Die Deutschschweiz dominiert also die Medienberichterstattung. Und in der Deutschschweiz wird am meisten über die deutschsprachigen PolitikerInnen diskutiert, wie die nächste Grafik zeigt.

In Zürich ist vor allem Roger Köppel dominant: Er ist sowohl beim Tagesanzeiger wie auch bei der NZZ auf dem ersten Platz. Gerade die NZZ scheint gefallen an Roger Köppel zu haben, dominiert er die Rangliste doch mehr als deutlich. Umgekehrt haben seine zwei Gegenkandidaten bei der Ständeratswahl, die bisherigen Ständeräte Daniel Jositsch und Ruedi Noser, ein deutlich schlechteres Standing. Köppel wird etwa viermal häufiger von der NZZ genannt als Noser und Jositsch, oder mehr als doppelt so häufig wie die zwei zusammen. Dafür scheint die Weltwoche gefallen an Cédric Wermuth zu haben, der dort auf dem ersten Rang erscheint.

In der Westschweiz erhalten die französischsprachigen PolitikerInnen dafür ihre Aufmerksamkeit. In den französischsprachigen Medien kommen mit Céline Amaudruz (SVP), Mathias Reynard und Ada Marra (SP), Olivier Français und Philippe Nantermod (FDP) sowie Lisa Mazzone und Adèle Thorens-Goumaz (Grüne) deutlich mehr französischsprachige PolitikerInnen regelmässig und über mehreren Medien hinweg zu Wort. Aber vergleichsweise sind deutschsprachige PolitikerInnen (gerade Rytz, Gössi und Köppel) häufiger in den französischsprachigen Zeitungen drin, als umgekehrt.